• +49 (0) 3834 - 554 314
  • assistenz@nzpm.de

Was ist Plasma?

Plasma wird als vierter Aggregatzustand nach fest, flüssig oder gasförmig bezeichnet. Wird einem Gas Energie zugefügt, spalten sich die Elektronen vom Kern und bewegen sich frei umher. Plasma ist deshalb ein (teilweise) ionisiertes Gas, welches aufgrund seiner elektrischen Leitfähigkeit eine Reihe besonderer Eigenschaften aufweist. 99% der sichtbaren Materie befinden sich im Plasmazustand, darunter unsere Sonne und die Sterne. Neben diesem sehr heißen Plasma kann künstlich auch ein kaltes Plasma erzeugt werden. Dieses Plasma wird in der Plasmamedizin genutzt.







Plasmamedizin

Die Ursachen für chronische Wunden und Tumore sind mannigfaltig. Mit der Plasmamedizin erhalten Mediziner eine neue Perspektive im Bereich der Wund- und Krebsbehandlung. Plasmamedizin beschreibt ein ganz neues Therapieprinzip, bei dem so genannte kalte Atmosphärendruckplasmen mit Hilfe spezieller Plasmageräte erzeugt werden, um am Patienten oder im Patientenkontext medizinische Effekte zu erreichen. Es ist ein vergleichsweise neues interdisziplinäres Wissenschaftsgebiet an der Schnittstelle zwischen Physik, Medizin und Biologie, das seit einigen Jahren einen immensen internationalen Aufschwung erfährt. Gegenwärtiges Haupteinsatzgebiet ist die Behandlung von chronischen Wunden und erregerbedingten Hauterkrankungen. Durch Stimulation der Gewebeneubildung unterstützt Plasma die natürliche Wundheilung und tötet effektiv eine Vielzahl der Krankheitserreger. Die zugrundeliegenden Mechanismen der Wechselwirkungen zwischen Plasma und lebenden Zellen oder Gewebe werden am INP Greifswald durch interdisziplinäre Teams untersucht. Neben der proliferationsfördernden Wirkung belegen wissenschaftliche Studien, dass mithilfe von Plasmen viele Arten von Mikroorganismen einschließlich multiresistenten Bakterien, wie z.B. MRSA, inaktiviert werden können. Zu den Anwendungsgebieten gehören unter anderem die Desinfektion bzw. Antiseptik von Körperoberflächen und von lebendem Gewebe, die Beeinflussung der Wundheilung, der Blutgerinnung und der Geweberegeneration, die Behandlung von Hautkrankheiten und von entzündlichen Erkrankungen.

Das große Potenzial von Plasmaanwendungen geht aber weit über die bisherigen Erfolge in der Therapie chronischer, infizierter Wunden hinaus. So liegt ein weiterer Schwerpunkt der plasmamedizinischen Forschungen auf der Tumortherapie. Denn neuste Ergebnisse der Grundlagenforschung verweisen unter anderem auf die Möglichkeit des Einsatzes von physikalischem Plasma zur Inaktivierung von Krebszellen.




Plasmaanwendungen im medizinischen Bereich


Die Gefahr einer Infektion, die im Zuge eines Aufenthalts oder einer Behandlung in einem Krankenhaus oder einer Pflegeeinrichtung auftritt, kann auch unter Anwendung des derzeitigen hohen Hygienestandards nicht völlig ausgeschlossen werden. Gegen diese sogenannten Nosokomial Infektionen können neben herkömmlichen Desinfektionsmittel mittlerweile auch Plasmaanwendungen präventiv angewendet werden. Das INP Greifswald entwickelt hierfür plasmabasierte biologische Verfahren, um empfindliche Materialien oder Produkte in der Medizin von Krankheitserregern, wie Bakterien und Viren, zu befreien. In den Anwendungsbereich ordnen sich neben der Handdesinfektion auch die Dekontamination von Medizinprodukten, darunter auch spezielle Bereiche wie die Endoskopie.



Wirkmechanismus der Plasmatherapie


Durch die synergetische Kombination der verschiedenen Wirkkomponenten des Plasmas, wie Applikation angeregter Gasspezies (z. B. aktivierte Sauerstoff- und Stickstoffmoleküle), einer leichten Bestrahlung im UV- Lichtbereich, einem Stromfluss und einer topisch kurzfristigen Temperaturerhöhung, entsteht eine stark antimikrobielle Wirkung an der mit dem Plasmajet behandelten Oberfläche. Dies führt z. B. auch bei typischen Wundkeimen und multiresistenten Bakterien zur Zerstörung der Zellwand.







    Unsere Partner


  • Die neoplas tools GmbH ist Hersteller des kINPen® MED, des weltweit ersten Plasmajets, der zur Anwendung von kaltem gewebeverträglichem Plasma in der Medizin zugelassen ist.


  • Die terraplasma medical GmbH entwickelt derzeit ein Medizinprodukt zur Behandlung von chronischen und akuten Wunden mittels kaltem atmosphärischem Plasma (plasma care®).

Mitgliedsantrag

Kontakt

Nationales Zentrums für Plasmamedizin e.V.:
Langenbeck-Virchow-Haus
Luisenstr. 58/59
10117 Berlin

Vorstandsvorsitzender des 
Nationalen Zentrums für Plasmamedizin e.V.:

Univ.-Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Hans-Robert Metelmann

E-Mail: info@plasma-medizin.de
E-Mail: assistenz@nzpm.de